Schledo Geschrieben 2. September 2003 Teilen Geschrieben 2. September 2003 Es ist zwar schon einige Zeit her, dass ich meine Ausbildung erfoglreich beendet habe, aber es würde mich mal interessierem, wie denn mein Arbeitszeugnis hier von den einigen meisterhaften "Zwischenzeilenlesern" interpretiert wird. Vielden Dank schon jetzt für die Mühen Zeugnis Herr XY, geboren am 04. Juli 1981, wurde ab dem 01. September 2001 bis einschließlich 16. Januar 2003 in unserem Unternehmen im Rahmen des 18-Monate Modells der IHK-Offenbach zum Fachinformatiker/Systemintegration ausgebildet. Im Rahmen der Ausbildung wurde Herr XY an alle wesentlichen Arbeitsbereiche der Informationstechnik herangeführt. Darüber hinaus konnten wir ihn, dank seiner schnellen Auffassungsgabe und der ihm eigenen Bereitschaft sich selbständig in ihm übertragene Aufgabengebiete einzuarbeiten, mit kompletten Projekten betrauen. Seine wesentlichen Tätigkeiten während der Ausbildung: - Der Aufbau eines firmeninternen Intranet. - Das Erstellen kleinerer Prüfprogramme in Visual Basic. - Durchführen der Netzwerkverkabelung. - Mitarbeit beim Einrichten des internen Mailsystems über MS Small-Business-Server. - Aushilfsarbeiten im Fertigungsbereich. Wir haben in Herrn XY einen interessierten, engagierten Auszubildenden kennengelernt, der die ihm übertragenen Arbeiten bereits nach kurzer Einarbeitungszeit selbständig und in guter Qualität ausführte. Mit seinen Leistungen waren will voll zufrieden. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei. Herr XY ist nie durch Erkrankung seiner Arbeit fern geblieben und hat außer dem ihm zustehenden Urlaub jeden Tag an seinem Arbeitsplatz verbracht. Herr XY verläßt unser Haus, um ein Studium aufzunehmen. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg beruflich und privat alles Gute und viel Erfolg. (Ort & Datum) (Firmenname) (Unterschrift des Geschäftsführers) Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
IJK Geschrieben 2. September 2003 Teilen Geschrieben 2. September 2003 Hallo! Leider fehlt die Angabe der Firma - ich gehe davon aus, dass das Zeugnis trotz des Modells der IHK Offenbach nicht die IHK Offenbach selbst erstellt hat... Mein Fazit schon mal vorab: Gut gedacht, schlecht gemacht! Oder anders ausgedrückt: Der Zeugnisersteller hat (leider) keine Ahnung von Zeugnissen... Herr XY, geboren am 04. Juli 1981, wurde ab dem 01. September 2001 bis einschließlich 16. Januar 2003 in unserem Unternehmen im Rahmen des 18-Monate Modells der IHK-Offenbach zum Fachinformatiker/Systemintegration ausgebildet. ...was immer ein 18-Monate-Modell ist... Da fände ich Umschulung noch schöner Im Rahmen der Ausbildung wurde Herr XY an alle wesentlichen Arbeitsbereiche der Informationstechnik herangeführt. Darüber hinaus konnten wir ihn, dank seiner schnellen Auffassungsgabe und der ihm eigenen Bereitschaft sich selbständig in ihm übertragene Aufgabengebiete einzuarbeiten, mit kompletten Projekten betrauen. Seine wesentlichen Tätigkeiten während der Ausbildung: - Der Aufbau eines firmeninternen Intranet. - Das Erstellen kleinerer Prüfprogramme in Visual Basic. - Durchführen der Netzwerkverkabelung. - Mitarbeit beim Einrichten des internen Mailsystems über MS Small-Business-Server. - Aushilfsarbeiten im Fertigungsbereich. Ganz ok, wobei die Schritte vom Hilfsarbeiter in Produktion über kleinere Prüfprogramme in VB bis zum firmeneigenen Intranet doch derb sind Wir haben in Herrn XY einen interessierten, engagierten Auszubildenden kennengelernt, der die ihm übertragenen Arbeiten bereits nach kurzer Einarbeitungszeit selbständig und in guter Qualität ausführte. Mit seinen Leistungen waren will voll zufrieden. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei. Herr XY ist nie durch Erkrankung seiner Arbeit fern geblieben und hat außer dem ihm zustehenden Urlaub jeden Tag an seinem Arbeitsplatz verbracht. Der "fette" Schreibfehler war ein Tippfehler? Ansonsten die "Echt"Benotung: - voll zufrieden = max. befriedigend - einwandfrei = dito, eher nur ausreichend - "nie durch Erkrankung" "außer den Urlaubstagen" finde ich den totalen Brüller. Da kennt man dann seine Pappenheimer... Herr XY verläßt unser Haus, um ein Studium aufzunehmen. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg beruflich und privat alles Gute und viel Erfolg. Zu einem echten Zeugnis fehlt das Bedauern, dass man dich (den Helden des firmeneigenen Intranets) abgeben muss. (Ort & Datum) (Firmenname) Wenn wenigstens das korrekte Datum da steht, gut. Spätere als das "Entlassungsdatum" wären negativ (aber das ist bei dem Zeugnis schon egal). Endfazit: Man liest, dass der Zeugnisersteller keine Ahnung hat. Darum ist es wahrscheinlich gar nicht schlecht Unterm Strich spiegelt es aber nicht wirklich "eine Leistung" wider... LiGrü Michael (Der Zeugniszerfetzer) Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
Schledo Geschrieben 2. September 2003 Autor Teilen Geschrieben 2. September 2003 Leider fehlt die Angabe der Firma - ich gehe davon aus, dass das Zeugnis trotz des Modells der IHK Offenbach nicht die IHK Offenbach selbst erstellt hat... Das verstehe ich nicht ganz, was willst Du mit der Angabe der Firma? Das mit dem 18-Monate-Modell kann man ruhig so schreiben, denn es ist eben gerade keine Umschulung! Nene, Schreibfehler sind da keine drinne, da ist mir dann nur ein Tippfehler unterlaufen bzw. Word ein Korrekturfehler Den "Brüller" mit der "keine Erkrankung" ist durch meinen Einfluss reingekommen, habe quasi drauf bestanden Bin sehr gespannt auf weitere Kommentare. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
Slayer8 Geschrieben 2. September 2003 Teilen Geschrieben 2. September 2003 Kleiner Tip, Mitlgieder der AOK könne unter www.jobfit.de ihr Arbeitszeugnis kostenlos prüfen lassen. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
Tachyoon Geschrieben 2. September 2003 Teilen Geschrieben 2. September 2003 Was ich daraus lese so wie es steht? Original geschrieben von Schledo Im Rahmen der Ausbildung wurde Herr XY an alle wesentlichen Arbeitsbereiche der Informationstechnik herangeführt. Darüber hinaus konnten wir ihn, dank seiner schnellen Auffassungsgabe und der ihm eigenen Bereitschaft sich selbständig in ihm übertragene Aufgabengebiete einzuarbeiten, mit kompletten Projekten betrauen. Er nimmt Herausfoderungen an, aber: Erfolg der Projekte? Würde hier wohl stehen, wenn es gut gelaufen wäre. Seine wesentlichen Tätigkeiten während der Ausbildung: - Der Aufbau eines firmeninternen Intranet. - Das Erstellen kleinerer Prüfprogramme in Visual Basic. - Durchführen der Netzwerkverkabelung. - Mitarbeit beim Einrichten des internen Mailsystems über MS Small-Business-Server. - Aushilfsarbeiten im Fertigungsbereich. Sind die Aushilfsarbeiten so wichtig für die Kenntnisse und Fähigkeiten des Arbeitnehmers, dass sie mit aufgeführt werden müssen? Wir haben in Herrn XY einen interessierten, engagierten Auszubildenden kennengelernt, der die ihm übertragenen Arbeiten bereits nach kurzer Einarbeitungszeit selbständig und in guter Qualität ausführte. Leistungen = Ist eine glatte 2, evtl. gilt hier eher Schnelligkeit vor Qualität. Mit seinen Leistungen waren will voll zufrieden. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei. Leistungen hier = 3 bis 4 Verhalten: - Es fehlt "stets/immer einwandfrei", kleine Abwertung - Kundenkontakt hattest du demnach keinen - Mitarbeiter statt Kollegen = 3 bis 4 Verhalten ist also insgesamt 3 bis 4 Herr XY ist nie durch Erkrankung seiner Arbeit fern geblieben und hat außer dem ihm zustehenden Urlaub jeden Tag an seinem Arbeitsplatz verbracht. Negativ: Er schleppt sich auch mit Grippe zur Arbeit und steckt alle Leute an Positiv: Er macht nie blau und hat eine stabile Gesundheit, wenig Arbeitsausfall Würde ich eher positiv sehen, aber: Er bestand auf dem ihm zustehenden Urlaub, egal ob er ihn besser hätte verschieben sollen, damit Kollegen nicht zu sehr belastet werden. (sehe ich aus der 3 bis 4 aus Verhaltensbeurteilung) Herr XY verläßt unser Haus, um ein Studium aufzunehmen. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg beruflich und privat alles Gute und viel Erfolg. Wir trennen uns nicht im bösen oder veranstalten eine Feier, dass er endlich weg ist - aber so richtig traurig sind wir über sein Fortgehen auch wieder nicht. So lese ich das. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
Arlet Geschrieben 2. September 2003 Teilen Geschrieben 2. September 2003 Original geschrieben von Tachyoon So lese ich das. Schon a weng arg streng, Tachyoon. Soweit ich weiß heist z.B. "vollste Zufriedenheit" sehr gut, "volle Zufriedenheit" gut, "Zufriedenheit" befriedigend, usw. Es gibt im Internet ein paar Artikel, die sich mit diesem Thema beschäftigen, hier zum Beispiel. Ich glaube auch, dass diese Arbeitszeugnissfloskeln von Unternehmen zu Unternehmen nicht 100%ig gleich bewertet und geschrieben werden. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
Baldur3025 Geschrieben 2. September 2003 Teilen Geschrieben 2. September 2003 Original geschrieben von sobig Schon a weng arg streng, Tachyoon. Soweit ich weiß heist z.B. "vollste Zufriedenheit" sehr gut, "volle Zufriedenheit" gut, "Zufriedenheit" befriedigend, usw. Es gibt im Internet ein paar Artikel, die sich mit diesem Thema beschäftigen, hier zum Beispiel. Ich glaube auch, dass diese Arbeitszeugnissfloskeln von Unternehmen zu Unternehmen nicht 100%ig gleich bewertet und geschrieben werden. Stimmt leider nicht ganz, "stets zur vollsten Zufriedenheit" ist ein sehr gut, entsprechend musst du deine Reihenfolge jeweils um eine Note nach unten korrigieren. Es ist natürlich richtig, dass es man es bei der Suche nach versteckten Schwachstellen auch übertreiben kann, gerade da eben auch viele Arbeitgeber nicht wirklich Fachleute in diesem Bereich sind. Gerade aus diesem Grund sollte man sich aber nicht darauf verlassen das es der AG gut meint und das Zeugnis dann auch so von jedem verstanden wird. Es gibt halt einige Grundregeln die man immer beachten sollte und auf die jeder AG der sich mit Zeugnissprache auskennt schauen wird. Dazu gehören insbesondere zwei wichtige Punkte die immer negativ wirken, ob es so gemeint war oder nicht: - das Weglassen von Standardfloskeln (Arbeitserfolg, Zufriedenheit mit der Arbeitsleistung, Bedauern über das Ausscheiden, Gute Wünsche für die Zukunft, Qualifikation im Kernbereich des Arbeitnehmers (Zufriedenheit der Kunden falls starker Kundenkontakt bestand z.B.). - die Erwähnung von Selbstverständlichkeiten Das der Arbeitnehmer pünktlich und regelmässig zur Arbeit erscheint ist z.B. eine solche Selbstverständlichkeit. Wenn sowas extra angeführt wird ist das immer ein Minuspunkt in der Beurteilung. Genauso die Erwähnung von Leistungen die eigentlich keinerlei positive Aussage zur Qualifikation des AN enthalten. Entsprechend sind die Sätze über die Anwesenheit und die "Hilfstätigkeiten" im obigen Zeugnis auch sehr unglücklich. Allerdings merkt man bei diesem Zeugnis doch recht deutlich das der AG eigentlich ein gutes Zeugnis ausstellen wollte, auch wenn es nicht so ganz astrein formuliert ist. Gruss, Baldur Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
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